Lazard hat Lukas Poensgen, 43, von der Bank of America als Co-Leiter des Advisory-Geschäfts für Deutschland, Österreich und Schweiz ab dem ersten Quartal 2027 verpflichtet, wie Branchenkreise dem Handelsblatt bestätigten. Er wird an der Seite von Marcus Schenck die Lücke schließen, die Christian Kames durch seinen Wechsel zum Konkurrenten Evercore hinterlassen hat.
Wichtigste Erkenntnisse
- Lazard ernennt BofAs Lukas Poensgen, 43, zum Co-Leiter DACH Advisory ab Q1 2027.
- Poensgen war 13 Jahre bei BofA, zuletzt als Co-Leiter Europäisches M&A (Beförderung Sept. 2025).
- Er beerbt Christian Kames, der im August 2025 zu Evercore wechselte.
- Hauptreferenz: Lead-Berater beim Kone/TKE-Erwerb, einem der größten PE-Exits Europas.
- Weder Lazard noch BofA haben die Einstellung offiziell bestätigt.
Executive Intelligence Brief
Details zur Ernennung und Berichtsstruktur
Poensgen wechselt nach 13 Jahren bei der Bank of America zu Lazard, wo er erst im September 2025 zum Co-Leiter M&A Europa befördert worden war. Seine Berufung unterstreicht Lazards Absicht, das Advisory-Franchise in der DACH-Region unter Schenck, einem erfahrenen Dealmaker, zu konsolidieren. Der Starttermin im Q1 2027 deutet auf eine übliche, verlängerte Karenzzeit (Gardening Leave) hin, die bei Senior-Wechseln zwischen rivalisierenden Bulge-Bracket-Häusern und Elite-Boutiquen Standard ist.
Weder Lazard noch die Bank of America äußerten sich offiziell zu dem Personalwechsel. Der Übergang folgt auf die Ankündigung vom August 2025, dass Christian Kames, der bisherige Co-Leiter der Region, zu Evercore wechseln werde, wodurch die nun besetzte Vakanz entstand.
Track Record: Finanzinvestoren und große Exits
Poensgens Profil zeichnet sich durch tiefe Vernetzung zu Finanzinvestoren aus. Er spielte eine führende Beraterrolle bei einem der größten Private-Equity-Exits Europas: dem Erwerb von Thyssenkrupp Elevator (TKE) durch Kone. Die Transaktion, die von einem Konsortium um Cinven und Carlyle getragen wurde, demonstrierte seine Fähigkeit, komplexe, multi-stakeholder Carve-outs mit Industriekonglomeraten und Private-Equity-Konsortien zu steuern.
Diese auf Sponsoren fokussierte Expertise deckt sich mit Lazards traditioneller Stärke in der Beratung von Finanzinvestoren und Family Offices, einem Segment, in dem der Dealflow trotz zyklischer Schwäche im breiteren M&A-Markt resilient geblieben ist.
Wettbewerbsdynamik im DACH-Advisory-Markt
Der deutschsprachige Advisory-Markt hat eine erhöhte Senior-Mobilität erlebt. Evercores Verpflichtung von Kames und Lazards Gegenzug für Poensgen spiegeln den Kampf um Marktanteile in einer Region wider, in der Mid-Cap- und Familienunternehmensmandate neben Large-Cap-Grenzüberschreitenden Transaktionen koexistieren. Die BofA verliert einen erst kürzlich beförderten europäischen M&A-Co-Leiter, was potenziell eine Lücke in deren Sponsoren-Coverage reißt, zu einem Zeitpunkt, da das "Dry Powder" von Private-Equity-Fonds auf hohem Niveau verbleibt.
Lazard agiert als unabhängiges Advisory-Haus, abseits des Universalbanken-Modells der BofA. Poensgens Wechsel von einer Bilanzbank zu einem reinen Beraterhaus könnte sein Mandat in Richtung strategischer Beratung und Restrukturierungsmandate verschieben, Bereichen, in denen Lazard führende Marktpositionen hält.
Ausblick und zentrale Meilensteine
Der primäre Meilenstein ist Poensgens formales Onboarding im Q1 2027. Marktteilnehmer werden beobachten, ob er Kundenbeziehungen – insbesondere Finanzinvestoren-Accounts – während der Übergangsphase übernimmt, vorbehaltlich der Durchsetzung von Wettbewerbsverboten. Zudem werden die League-Table-Platzierungen für DACH M&A Advisory in den Geschäftsjahren 2025 und 2026 als Indikator für die wettbewerbsrelevante Wirkung dieses und weiterer Senior-Einstellungen bei Evercore, Lazard und den Bulge-Bracket-Häusern dienen.
